Rechtsanwaltskosten

bei Beratung im Erbrecht und bei Vertretung in erbrechtlichen Verfahren

Die Kosten für die anwaltliche Beratung in Erbrechtssachen sind seit 2006 nicht mehr gesetzlich geregelt, die Kosten für die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung in Erbsachen richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Das Gebührenrecht ist kompliziert, der Markt unübersichtlich.

In jedem Fall sollten Sie vor oder bei Beauftragung des Rechtsanwalts diesen auf die Kosten ansprechen. Sie finden nachfolgend erste Informationen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zu folgenden Stichworten:

- Beratung
- außergerichtliche Vertretung
- gerichtliche Vertretung
- Rechtsschutzversicherungen/Prozesskostenhilfe

  • Die Anwaltskosten für die Beratung (z.B. auch Testamentserstellung) müssen daher zwischen Anwalt und Mandant in einer sogenannten Vergütungsvereinbarung vertraglich geregelt werden. Dies kann und soll bei Beginn oder vor der Beratung erfolgen. Ohne eine solche Vereinbarung kann der Anwalt für eine Erstberatung maximal 226,10 € (inkl. MwSt.) verlangen. In bestimmten Fällen gewährt der Staat Beratungshilfe. Der Rechtsanwalt bekommt dann eine (relativ geringe) Vergütung vom Staat, der Rechtssuchende muss nur 15 € bezahlen. Ein Berechtigungsschein wird beim zuständigen Amtsgericht erteilt werden und muss in der Regel bei Beginn der Beratung vorgelegt werden.

Als angemessene Honorare werden Stundensätze zwischen 150,00 € und 500,00 € netto angesehen (Angaben nach Münchner Anwaltshandbuch Erbrecht § 2 Rdnr. 21). Man kann auch die Fortgeltung der bis Juni 2006 geltenden gesetzlichen Regelung vereinbaren: Bis 30.06.2006 sah das RVG für die außergerichtliche Beratung eine vom Gegenstand abhängige Gebühr mit einem Satz zwischen 0,1 und 1,0, in der Regel 0,55 vor.

Rechtsanwalt Höhmann rechnet die Beratung nach Zeitaufwand  ab. Der Stundensatz liegt zwischen 261,80 € (inkl. MwSt., entspricht 220 € netto) und 357 € (300 € netto) und hängt im Einzelfall von Bedeutung und Schwierigkeit des Auftrags und dem Wert des Nachlasses ab. In der Regel müssen Sie mit 333,20 € (=280,00 € netto) rechnen. Die Höhe des Stundensatzes wird im Rahmen des ersten Beratungsgesprächs mit dem Mandanten vereinbart.

Eine sog. Erstberatung stellt Rechtsanwalt Höhmann pauschal mit 226,10 € (190 € netto) in Rechnung. Die Erstberatung umfasst ein erstes Beratungsgespräch (ca. eine Stunde), in dem Sie die Sachlage schildern und eine vorläufige (soweit möglich natürlich auch abschließende) Einschätzung zur Rechtslage, den weiteren Schritten und den zu erwartenden Kosten erhalten. Ggf. umfasst dies auch vorab einen Blick auf wichtige Unterlagen; sofern Sie allerdings die Durcharbeitung umfangreicher Unterlagen vor der ersten Beratung wünschen, vereinbart er hierfür mit Ihnen eine gesonderte Vergütung.

  • Nach wie vor regelt das RVG die Gebühren für die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung, wobei nur im außergerichtlichen Bereich Abweichungen zulässig sind. Es regelt in Abhängigkeit vom Gegenstandswert die Höhe einer einfachen Gebühr (1,0 Gebühr). Daneben kennt es verschiedene Gebührentatbestände, denen Gebührensätze zugeordnet sind (Multiplikatoren).

Für die außergerichtliche Tätigkeit beträgt der Gebührensatz in Abhängigkeit von Umfang, Schwierigkeit, Bedeutung der Angelegenheit und Vermögensverhältnissen des Auftragsgebers zwischen 0,5 und 2,5. In der Regel vereinbaren wir die Geltung des Höchstsatzes. Hinzu kommen Auslagen (in der Regel Portopauschale 20,00 €) und Mehrwertsteuer.

Für die außergerichtliche Geltendmachung einer Pflichtteilsforderung von 20.000,00 € muss man daher mit Kosten von 2,5 (Gebührensatz) x 742,00 € (1,0 Gebühr nach Tabelle) = 1.855,00 € zzgl. Portopauschale 20,00 € zzgl. Mehrwertsteuer (z.Zt. 19 %) insgesamt also 2.231,25 € rechnen. Kommt es zu einem Vergleich, kommt eine 1,5 Gebühr ("Vergleichsgebühr") hinzu.

  • Im gerichtlichen Verfahren fallen in der Regel 2,5 Gebühren an, so dass sich ebenfalls ein Betrag von 2.231,25 € (inkl. MwSt) ergibt. Die außergerichtlichen angefallenen Gebühren werden zur Hälfte, maximal in Höhe einer 0,75 Gebühr angerechnet (im Beispiel wären das 662,24 € brutto), so dass nach vorangegangener außergerichtlicher Vertretung noch 1.569,01 € für das gerichtliche Verfahren zu zahlen wären. Zu beachten ist, dass ggf. Gerichtskosten hinzukommen. Am Ende des Prozesses bezahlt die unterlegene Partei die Kosten vollständig. Im Falle des Vergleichs entsteht zusätzlich eine Vergleichsgebühr, die im Prozess allerdings nur einen Satz von 1,0 hat.

Einen Online-Rechner zur Berechnung der Anwalts- und Gerichtskosten finden Sie hier.

  • Rechtsschutzversicherung geben im Erbrecht in der Regel nur Deckung, wenn ausschließlich eine Beratung gewünscht ist und auch dann häufig nur bis zu 190,00 € zzgl. MwSt. Für das gerichtliche Verfahren gewährt das Gericht bei Bedürftigkeit und hinreichender Erfolgsaussicht Prozesskostenhilfe, die für die Kosten des eigenen Anwalts aufkommt und die Gerichtskosten erlässt. Die Kostenerstattungspflicht im Falle des Unterliegens an den Gegner bleibt bestehen.

 (18.1.2015 Rechtsanwalt Sebastian Höhmann, Fachanwalt für Erbrecht)


Gevbührentabelle RVG: Anlage 2 zu § 13 Abs. 1 Satz 3 RVG (Stand 18.11.2015)

Gegenstandswert
bis … €

1,0 Gebühr
… €

 

Gegenstandswert
bis … €

1,0 Gebühr
… €

   500

   45,00

 

 50 000

1 163,00

 1 000

   80,00

 

 65 000

1 248,00

 1 500

  115,00

 

 80 000

1 333,00

 2 000

  150,00

 

 95 000

1 418,00

 3 000

  201,00

 

110 000

1 503,00

 4 000

  252,00

 

125 000

1 588,00

 5 000

  303,00

 

140 000

1 673,00

 6 000

  354,00

 

155 000

1 758,00

 7 000

  405,00

 

170 000

1 843,00

 8 000

  456,00

 

185 000

1 928,00

 9 000

  507,00

 

200 000

2 013,00

10 000

  558,00

 

230 000

2 133,00

13 000

  604,00

 

260 000

2 253,00

16 000

  650,00

 

290 000

2 373,00

19 000

  696,00

 

320 000

2 493,00

22 000

  742,00

 

350 000

2 613,00

25 000

  788,00

 

380 000

2 733,00

30 000

  863,00

 

410 000

2 853,00

35 000

  938,00

 

440 000

2 973,00

40 000

1 013,00

 

470 000

3 093,00

45 000

1 088,00

 

500 000

3 213,00

Beratung

Wenn Sie individuelle Beratung wünschen, die auf Ihren Fall zugeschnitten ist, können Sie uns gerne anrufen:

Tel.: 030/440 330 24; International: +49 30 440 330 24

Wir beraten Sie gerne zu Ihrem persönlichen Fall. Die individuelle Beratung ist kostenpflichtig. Sie können aber kostenlos und unverbindlich Kontakt mit uns aufnehmen. Wir informieren Sie gerne vorab über die Höhe der zu erwartenden Kosten (siehe hierzu auch Erbrechts-ABC,Rechtsanwaltskosten).

Berger Groß Höhmann & Partner Rechtsanwälte
Danziger Str. 56 / Ecke Kollwitzstraße
10435 Berlin / Prenzlauer Berg

Rechtsanwalt Sebastian Höhmann, Fachanwalt für Erbrecht
Rechtsanwältin Elisabeta Schidowezki (bis März 2018 in Elternzeit)
Rechtsanwältin Nele Kliemt
Rechtsanwältin Katharina Behrens-von Hobe, Fachanwältin für Sozialrecht und Fachanwältin für Familienrecht

Telefon: 030 / 440 330 - 24 
(Sekretariat Frau Bederke und Frau Werchan) 
Telefax: 030 / 440 330 - 22 
E-Mail: hoehmann(at)bghp.de
             kliemt(at)bghp.de
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