Das Wichtigste zum Thema Erbschaftsteuer

Erbschaftsteuer, Steuersätze, Freibeträge und wie Sie Erbschaftsteuer sparen und vermeiden können

Die Erbschaftsteuer (der Gesetzgeber schreibt sie nur mit einem "s", also nicht "Erbschaftssteuer") ist im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz geregelt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist es für die Besteuerung unerheblich, ob die Übertragung unter Lebenden (Schenkung) oder von Todes wegen (Testament, Erbvertrag, etc.) erfolgt. 

Die Steuersätze für Zuwendungen unter nahen Angehörige liegen zwischen 7 % und 30 % des Wertes der Zuwendung, unter Fremden zwischen 30  % und 50 %.

Der allgemeine Freibetrag liegt bei 20.000 €, nahe Angehörige haben weitaus höhere Freibeträge, (z.B. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner 500.000 €, Kinder 400.000 €). Die Freibeträge stehen für jeden Erblasser/Schenker im Verhältnis zu jedem Erben/Beschenkten gesondert zur Verfügung. Schenkungen und Erbschaften innerhalb von 10 Jahren werden zusammengerechnet, d.h. 10 Jahre nach Ausführung einer Schenkung steht der gesamte Freibetrag neu zur Verfügung.

Die Bewertung des Vermögens richtet sich nach dem dem Verkehrswert (= Marktwert).

Für bestimmte Vermögensarten (v.a.für selbst bewohnte Immobilien, Betriebsvermögen, Mietwohnungen und Mietshäuser, Hausrat) sieht das Erbschaftsteuergesetz Sonderregelungen und Steuerbefreiungen vor, so dass trotz der Bewertung mit dem vollen Verkehrswert tragbare Steuerlasten entstehen sollen.

Das Erbschaftsteuerrecht ist geprägt von potentiell hohen Steuerlasten und vielen Gestaltungsmöglichkeiten, so vielen, dass der Bundesfinanzhof - das höchste deutsche Steuergericht - im Herbst 2012 beim Bundesverfassungsgericht vorstellig geworden ist, da es das gesamte Gesetz für verfassungswidrig hält. Mit einem rückwirkenden Entfall der Erbschaftsteuer ist zwar nicht zu rechnen. Auch unter dem geltenden Recht bestehen zahlreiche Möglichkeiten, die Erbschaftsteuerlast deutlich zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Insbesondere sind insoweit interessant

  • die lebzeitige Übertragung von Vermögen zur mehrfachen Nutzung von Freibeträgen;
  • vor allem die Übertragung unter Nutzungsvorbehalt, da dessen Wert abgezogen wird;
  • die Planung des Vermögensübergangs mit Generationensprung, um Freibeträge auch innerhalb der 10-Jahres Frist zu vervielfältigen;
  • die Vermeidung steuererhöhender Gestaltungen wie Vor- und Nacherbschaft oder Gütertrennung;
  • das Ausweichen in entgeltliche Verträge, gerade auch bei Versorgung und Pflege von Angehörigen;
  • die mannigfaltigen Gestaltungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge, Firmennachfolge, Betriebsnachfolge;
  • in geeigneten Fällen Gestaltungen wie Güterstandsschaukel, Heirat und Adoption.

Auch nach dem (steuerlich) ungeplanten Erbfall können Erbschaftsteuerbelastung noch reduziert werden durch

  • den steueroptimierten (nach neuester Rechtsprechung des BFH möglicherweise sogar steuerfreien) Abschluss von Erbvergleichen;
  • die steueroptimierte Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen;
  • die gezielte Nutzung von Bewertungsvorschriften, Berechnung von (steuerfreien) Zugewinnausgleichsansprüchen, etc.

Wenn das von Ihnen zu vererbende oder geerbte Vermögen über den einschlägigen Freibeträgen liegt, sollten Sie sich unbedingt beraten lassen. Wir geben auch die Erbschaftsteuererklärung - auf Wunsch in Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater - ab oder klären mit und/oder für Ihren Steuerberater Spezialfragen des Erbschafsteuerrechts.

Von Schwarzgeld, Scheingeschäften, Steueroasen und Steuerhinterziehung halten wir nichts - aus Prinzip und weil es für unsere Mandanten (und ihre Berater) nicht erst seit Auftauchen von Schwarzgeld-CDs riskant ist. Es gibt aber zahlreiche erlaubte Mittel, um Ihren Hinterbliebenen Steuerbelastungen zu ersparen.

Dabei hielten wir eine gerechte und soziale Erbschaftsteuer durchaus für sinnvoll, wenn dafür z.B. die Besteuerung von Arbeitseinkommen reduziert würde. Solange der Staat jedoch nicht für ein Erbschaftsteuergesetz sorgt, das nicht nur wenige, schlecht beratene Erben mit teilweise horrenden Steuersätzen heranzieht, viele (auch überaus vermögende) Erben hingegen unbehelligt lässt, ist unser Ehrgeiz, dass unsere Mandanten nicht zu den wenigen Steuerzahlern gehören.

09.02.2013, Rechtsanwalt Sebastian Höhmann, Fachanwalt für Erbrecht

Weitere Stichworte zum Thema Erbschaftssteuer:

Erbschaftsteuer - Freibeträge
Erbschaftsteuer - internationale Erbfälle
Erbschaftsteuer - Steuerklassen und Steuersätze
Erbschaftsteuer - Unternehmensnachfolge


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