"Vererben" und "vermachen": Was ist der Unterschied?

Für Laien eigentlich dasselbe, für Juristen dagegen eigentlich Gegensätze. Der Erbe wird mit dem Erbfall - dem Tod des Erblassers - automatisch Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers. Der Vermächtnisnehmer - derjenige der ein Vermächtnis zugedacht erhält - bekommt dagegen nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf einen einzelnen Gegenstand. Mit dem Tod bekommt er erst einmal gar nichts, sondern kann nur etwas vom Erben fordern. Wenn der es nicht freiwillig herausgibt, muss der Vermächtnisnehmer den Erben verklagen.

Umgekehrt kann man nicht einzelne Gegenstände erben. Man erbt entweder ganz, zu einem Anteil oder gar nicht. Wenn es im Testament heißt, das "Kaffeeservice erbt der Gärtner", dann ist das juristisch zunächst unmöglich. Im Regelfall wird man durch Auslegung des Testaments dazu kommen, dass "erben" hier nicht im juristischen Sinne gemeint war, sondern laienhaft. Der Gärtner sollte wohl nicht automatische am gesamten Nachlass beteiligt werden - auch nicht zu einem Bruchteil - sondern schlicht dass Kaffeeservice bzw. einen Anspruch hierauf erhalten. Umgekehrt wird, wenn es weiter heißt: " Mein übriges Vermögen vermache ich meiner Tochter" nicht anzunehmen sein, dass diese nur einen Anspruch gegen einen anderen Erben bekommen sollte.

Das Testament würde also juristisch so ausgelegt werden, dass der Gärtner das Kaffeeservice als Vermächtnis erhält und die Tochter Alleinerbin wird. Bei der Formulierung von Testamenten sollten man auf die korrekte Auswahl der Begriffe achten, um Unklarheiten zu vermeiden.

(01.05.2009 Rechtsanwalt Sebastian Höhmann, Fachanwalt für Erbrecht)


Beratung

Wenn Sie individuelle Beratung wünschen, die auf Ihren Fall zugeschnitten ist, können Sie uns gerne anrufen:

Tel.: 030/440 330 47; International: +49 30 440 330 47

Wir beraten Sie gerne zu Ihrem persönlichen Fall. Die individuelle Beratung ist kostenpflichtig. Sie können aber kostenlos und unverbindlich Kontakt mit uns aufnehmen. Wir informieren Sie gerne vorab über die Höhe der zu erwartenden Kosten (siehe hierzu auch Erbrechts-ABC,Rechtsanwaltskosten).

Berger Groß Höhmann & Partner Rechtsanwälte
Danziger Str. 56 / Ecke Kollwitzstraße
10435 Berlin / Prenzlauer Berg

Rechtsanwalt Sebastian Höhmann, Fachanwalt für Erbrecht
Rechtsanwältin Elisabeta Schidowezki, Fachanwältin für Erbrecht
Rechtsanwältin Nele Kliemt, Fachanwältin für Erbrecht

Telefon: 030 / 440 330 - 47
(Sekretariat Frau Bederke, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, Frau Wenzel, Rechtsanwaltsfachangestellte, Frau Schulze, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte)
Telefax: 030 / 440 330 - 22 
E-Mail: hoehmann(at)bghp.de
             schidowezki(at)bghp.de
             kliemt(at)bghp.de

Telefonzeiten :
Mo.-Fr.: 9 Uhr bis 12:30 Uhr und 14 Uhr bis 18 Uhr
persönliche Beratungstermine nur nach Vereinbarung

Beratung in Zeiten von Corona

Wir bleiben für Sie erreichbar! 030/440 330 - 47

Bereits seit 2017 haben wir unser Büro auf volldigitale Aktenführung umgestellt, so dass auch in Zeiten von Corona Ihre Anwält*innen und unsere Mitarbeiter*innen (fast) uneingeschränkt für Sie erreichbar bleiben. Natürlich müssen wir aktuell auf persönliche Treffen zu Ihrem und unserem Schutz verzichten. Nicht verzichten müssen Sie auf fachgerechte Beratung und Vertretung durch die spezialisierten Rechtsanwält*innen und Fachanwält*innen von BGHP. Nähere Informationen zu den verschiedenen Wegen der persönlichen Beratung aber ohne Ansteckungsgefahr finden Sie hier.


 

A B D E F G H I J K L M

N O P Q R S T U V W X Y Z